Kategorie-Archive: Neuigkeiten

18Aug/21

Eintauchen in
eine neue Welt
des Targetings

Wie Sie mit standortoptimierter Werbung noch direkter ins Herz Ihrer Zielgruppe treffen

Mit Laden TV aktivieren Sie Ihre Marke(n) genau dann, wenn der Kunde den POS betritt und nach Anregungen sucht. Und hierbei gilt: Mit der Gießkanne erreicht man nur noch teilweise die erwünschte Wirkung. Je besser Ihnen die am Standort einkaufende Zielgruppe bekannt ist, desto genauer können Sie auch die am POS ausgestrahlte Werbung auf den Standort bzw. die Kundschaft zuschneiden.

Klingt interessant? Und kompliziert zu gleich? Stimmt beides – aber in diesen Zeiten sind Aktivierungspotentiale – egal wo – nicht mehr so leicht zu realisieren. Mit dem Prinzip Einfachheit zu punkten war gestern. Heute kommt es mehr denn je darauf an, mit Hilfe von intelligenten Systemen die Komplexität zu bewältigen und zu steuern. Alles was Sie dafür benötigen, um noch mehr aus Ihrer Kommunikation zu machen, soll kurz anhand eines Beispiels erläutert werden. Die zentralen Komponenten sind:

  1. Laden TV – und die Möglichkeit Standorte individuell mit Content zu adressieren
  2. Ein Zielgruppenmodell, welches Kaufverhalten differenziert erklären kann
  3. Eine intelligente Plattform, über die sich Einzugsgebiete und Zielgruppen identifizieren und filtern lassen

Die Laden TV-Infrastruktur stellt BrandLogistics.NET. Das Zielgruppenmodell kommt von der Gruppe Nymphenburg. Mit Limbic® und den Limbic® Types steht ein mögliches Modell zur Verfügung, welches als Grundlage – z.B. auch zur Personae-Entwicklung – dienen kann. Hierzu werden sieben unterschiedliche Kundentypen (Limbic® Types) aus den Motiv- und Emotions­feldern auf der Limbic® Map, die sich aus den Big Three (Dominanz, Stimulanz und Balance) aufspannt, abgeleitet. Diese sieben Emotionsfelder sind:

  1. Tradition und Sicherheit (Balance + Disziplin/Kontrolle)
  2. Harmonie und Fürsorge (Schwerpunkt Balance + Bindung/Fürsorge)
  3. Offenheit und Genuss (Balance + Stimulanz)
  4. Spaß und Kreativität (Schwerpunkt Stimulanz)
  5. Abenteuer und Risiko (Stimulanz + Dominanz)
  6. Erfolg und Status (Schwerpunkt Dominanz)
  7. Disziplin und Kontrolle (Balance + Dominanz)

Die meisten Menschen haben eine Schwerpunktaktivierung in ihren Emotionssystemen und lassen sich auf diese Weise praxisnah entsprechend der obigen Übersicht in einen Typ einordnen. Vor allem diese individuellen Emotionsschwerpunkte beeinflussen das Verhalten – sowohl das Kauf-, Konsum- als auch Mediennutzungsverhalten – Ihrer Kunden weitgehend unbewusst.

Die Limbic® Types stellen eine Vereinfachung der komplexen, emotionalen Persönlichkeits­strukturen von Menschen dar. Mit ihnen lassen sich wertvolle Erkenntnisse über alle Bereiche des Konsum- und Mediennutzungsverhaltens gewinnen. Sie können als Grundlage für die individuelle Zielgruppenentwicklung dienen (Personae).

Anhand der oben genannten Einteilung der Emotionsfelder sind sieben verschiedene Persönlichkeitstypen identifizierbar. Die Typenbezeichnung orientiert sich am Haupt­emotionsfeld, welches den jeweiligen Typus bestimmt. Die sieben Limbic® Types sind:

  1. Traditionalist(in)
  2. Harmoniser(in)
  3. Offene(r)
  4. Hedonist(in)
  5. Abenteurer(in)
  6. Performer(in)
  7. Disziplinierte(r)

 

 

 

Welche Relevanz das für Ihre am POS ausgestrahlte Werbung habe kann, soll kurz an einem aktuellen Beispiel erläutert werden: Nachhaltigkeit und grüner Konsum.

Die sieben Limbic® Types sind naturgemäß verschieden ansprechbar für die Themen Nach­haltigkeit und grüner Konsum. Dies zu erkennen und die Kommunikations­strategien entsprechend aufzustellen, ist eine der elementaren Chancen des Handels – aber auch für die Industrie:

  • Dem Harmoniser liegen die Natur und das Thema Nachhaltigkeit am Herzen, zeigt sich noch eine Lücke zwischen positiver Absicht und tatsächlichem Verhalten. Hauptbarrieren sind die höheren Preise, aber auch die Schwierigkeit, grüne Produkte zu finden, ebenso Bequemlichkeit bzw. Routine.
  • Bei den Traditionalisten ist noch reichlich Überzeugungsarbeit gefragt, liegt deren generelle grüne Bereitschaft schon niedriger als die der anderen Konsumententypen. Traditionalisten sind nicht bereit, höhere Preise zu bezahlen, aber ebenso die Bequemlichkeit bzw. Routine und die Schwierigkeit, grüne Produkte zu finden, halten ihn ab – seine Kaufabsicht für grüne Produkte ist die niedrigste unter den sieben Limbic® Types.
  • Auch der Disziplinierte ist nicht der Wunschkunde für das Segment des grünen Konsums – weist er doch den zweitniedrigsten Wert beim Kauf grüner Produkte auf. Immerhin ist dieser jedoch eher bereit einen höheren Preis für grüne Produkte zu bezahlen und er sieht seine Verantwortung, die sein Hauptmotiv für grünen Konsum ist.
  • Zwischenfazit: Industrie und Handel sollen sich daher lieber am Kundentyp des Harmonisers orientieren, der auch mit einem höheren Anteil in der Bevölkerung vertreten ist – und an dem des Performers.
  • Der Performer zeigt er den höchsten Anteil an grünem Kaufverhalten und gehört daher zur Kernzielgruppe für grünen Konsum. Der Performer sieht die Verantwortung für nachhaltige Themen bei sich, aber v.a. auch bei der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.
  • Gut dabei ist auch die Gruppe der Abenteurer, die relativ häufig grü­ne Produkte kaufen. Und das, obwohl ihr Mindset, ihre Verantwortung gegenüber grünen Themen, eher im niedrigen Bereich angesiedelt ist.
  • Die Offenen bele­gen nach den Performern Platz 2 beim Kauf nachhaltiger Produkte. Und, sie sind auch bereit, für diese einen höheren Preis zu bezahlen. Abhalten kann sie nur mangelnde Verfügbarkeit der Produkte. Ihr primäres Kaufmotiv ist der Ehrgeiz, etwas zu verändern, zu bewegen.
  • Auch bei den Hedonisten ist das Motiv, etwas zu bewegen, zu verändern, der Hauptgrund für grünen Konsum. Ebenso sind sie bereit, dafür höhere Preise zu bezahlen. Sie gehören noch zur erweiterten Kernzielgruppe im Segment des grünen Konsums.
  • Fazit: Offen für grünen Konsum und damit Early Adapter sind: Performer, Offene und Abenteurer – gemeinsam machen sie gut 30 Prozent der Bevölkerung aus.
    Fast jeder Dritte ist also für den Markt sehr gut ansprechbar.

Das Thema Nachhaltigkeit und grüner Konsum wird derzeit breit medial gestreut. Wie wäre es dabei bestmöglich auf die Zielgruppen am Standort einzugehen, im dem man die Erfolgs-treiber – Informieren, Vertrauen schaffen, Verfügbarkeit erhöhen – richtig akzentuiert einbringt?

Da kommt TargomoLOOP ins Spiel (https://www.targomo.com/products/targomo-loop).

Abbildung: Bestimmung Einzugsgebiet mit TargomoLOOP

Jeder Einzelhandelsstandort hat ein eigenes Profil, bestimmt durch Faktoren wie Demografie der Umgebung, umliegende Points of Interest / Wettbewerber, Infrastruktur, Verkehr, Passanten­­frequenzen etc. Eine intelligente Betrachtung der Standortdaten und der Umgebung durch Erreichbarkeitsanalysen (wie es in TargomoLOOP geschieht) liefern Erkenntnisse, welche Zielgruppen ein Ort anzieht bzw. auch abstößt. Wenn man zudem die Limbic® Types einfließen lässt, liefert das tiefe Erkenntnisse darüber, über welche Wert­vorstellungen die Menschen in der Gegend verfügen und welche Motive die Kauf­entscheidungen am jeweiligen Standort beeinflussen.

Abbildung: Einblicke TargomoLOOP gematcht mit Limbic® Types

Zielgruppenpotenziale werden im mikro-geografischen Raum sichtbar gemacht. So können standortspezifische Insights z.B. für das Ausspielen von POS-Werbung gewonnen werden.
Es eröffnet sich so eine neue Welt des Targetings: die Menschen am POS noch zielgerichteter anzusprechen, um die Markenbotschaften, die Angebote und das Sortiment bestmöglich auf die Zielgruppen abzustimmen. Hierbei kann jeder Standort einzeln betrachtet, für die Individualisierung der Ansprache aber auch zu Clustern „die ähnlich ticken“ zusammengefasst werden.

Zur Person
Cirk Sören Ott ist Vorstand und Partner bei der Gruppe Nymphenburg Consult AG, München, ein Marktforschungs- und Beratungsunternehmen, das Insight-basiert berät und seine Kunden – vorwiegend aus dem Handel und der Konsumgüterindustrie – bei der Umsetzung bis zur erfolgreichen Implementierung begleitet. Er hat über 25 Jahre Marktforschungs- und Beratungserfahrung und ist Experte auf den Gebieten der Marketing-, Konsumgüter- und Handelsforschung sowie Category und Touchpoint Management Beratung. Seine aktuellen beruflichen Schwerpunkte legt er auf das dynamische Multi-Channel-Kauf-/ Kundenverhalten, das Touchpoint-Management, den Einsatz von Neuromarketing am POS und neueste Entwicklungen im Category-Management sowie Promotion-Optimierung.

Gruppe Nymphenburg – die Kundenversteher

Die Gruppe Nymphenburg Consult AG, München, ist seit 50 Jahren das führende Spezial-Beratungsunternehmen für Händler, Markenhersteller und Dienstleister rund um den POS. Für Ihren Markterfolg bieten Ihnen die Experten aus Wissenschaft und Praxis ein umfassendes Verständnis über den Endkunden und von Ihrem Geschäft bzw. Ihre Branche. Die Gruppe Nymphenburg berät insight-basiert, begleitet bei der Umsetzung – bis zur erfolgreichen Implementierung.

 

 

18Aug/21

POSbranding
Handbuch III-2021
jetzt online

Ab sofort steht unser neues POSbranding Handbuch online als Blätterkatalog für Sie bereit.

In der aktuellen Ausgabe erwarten Sie u.a. folgende interessante Beiträge:

  • Sind gedruckte Anzeigenblätter noch zeitgemäss? – von Gernot Lingelbach
  • Wie erziele ich im Internet für die eigenen Produkte die beste Werbewirkung? – von Thomas Ziegler und Dr. Christian Brenner
  • Corona-Turbo im Handel – Worauf es nun ankommt – von Dr. Eva Stüber

Druckexemplar

Auch dieses Handbuch stellen wir vor allem als ePaper und als PDF zum Download zur Verfügung, da wir aktiv zum Umweltschutz beitragen möchten.

Unseren Kunden bieten wir auf Wunsch weiterhin gerne auch ein gedrucktes Handbuch an.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

Zum POSbranding Handbuch

16Jul/21

Neues Targeting – ins Herz Ihrer Zielgruppe mit standortoptimierter Werbung

Mit Laden TV (LEH DooH Kanal) aktivieren Sie Ihre Marke(n) genau dann, wenn der Kunde den POS betritt und nach Anregungen sucht. Und hierbei gilt: Je besser Ihnen die am Standort einkaufende Zielgruppe bekannt ist, desto genauer können Sie auch die am POS ausgestrahlte Werbung auf den Standort bzw. die Kundschaft zuschneiden. 23 Prozent der Befragten Kunden kauften auf Grund der Bildschirmwerbung am POS des LEH.

Buchen Sie Sendezeiten für Herbst/Winter 2021/2022 rechtzeitig. In einer Woche erreichen Sie mehr als 45 Millionen Kunden in allen Märkten. Dabei identifizieren wir mit Ihnen zusammen die ideale Geomarketing Kampagne.

Die Themen unserer aktuellen POSbranding Handbuch Ausgabe III/2021 sind:

  • Vorwort: Eintauchen in eine neue Welt des Targetings, Sören Ott, Nymphenburg Consult AG, Vorstand und Partner
  • Topaktuelle Werbedaten im Handel – Mehr Umsatz für Ihre Marken, EDEKA, REWE und MARKANT nutzen BrandLogistics.NET Content, der mittels GS1 Bildlinks über Ihren GDSN Stammdatenpools automatisch und geprüft übertragen wird
  • Sind gedruckte Anzeigenblätter noch zeitgemäß? Antworten darauf gibt der neue POS-Marketing-Report 2021, Gernot Lingelbach, Geschäftsführer, UGW Agenturgruppe
  • Wie erziele ich im Internet für die eigenen Produkte die beste Werbewirkung? Die Bedeutung von Performance-Marketing-Kanälen im Internet, Thomas Ziegler und Dr. Christoph Brenner, Geschäftsführer adSoul GmbH
  • Corona-Turbo im Handel – worauf es nun ankommt, Dr. Eva Stüber, Leiterin Research & Consulting, IFH Köln
  • Kompetenzzentrum Supermarkt, Die Foodakademie rüstet digital auf, Thorsten Fuchs, Geschäftsführer, Foodakademie Neuwied

Unsere erfolgreichen Teilnehmer der GRILLPRÜFUNG 2021 BESTANDEN© stellen wir in unserem POSbranding Handbuch (PDF Seite 39) redaktionell und mit Ihren Anzeigen vor. Wir wünschen Ihnen mit dem neuen POSbranding Handbuch eine inspirierende Lektüre und ein hervorragendes drittes Quartal 2021.

09Jul/21

Grillchampions 2021 gekürt

Rechtzeitig zum Start der Grillsaison standen auch in diesem Jahr wieder die Top-Produkte der Initiative GRILLPRÜFUNG© 2021 fest. Die Auswahl der Top-Produkte traf wie gewohnt eine unabhängige Fachjury – Manfred Degen (EDEKA), Peter Dornseifer (REWE), Stefan Giese (EDEKA), Axel Heidebrecht (Getränkeland), Michael Rees (EDEKA), Rainer Rentschler (EDEKA), Max Sütterlin (HIT), Markus Voigt (SPARexpress).

Auf Platz 1 (Gold-Medaille) landete MEGGLE GmbH & Co. KG mit dem Neuprodukt „Kräuterbutter Duo Mediterran“, der idealen Ergänzung zu gegrilltem Fisch und Fleisch.

Platz 2 (Silber-Medaille) geht an die Just Spices GmbH und ihr „BBQ Gewürz“, das gewisse Etwas für verschiedene Grillgerichte.

Die auf Platz 3 (Bronze-Medaille) gekürten „Gourmet Focaccia Käse & Zwiebel“ von Mestemacher GmbH bringen das italienische Flair an den Grill.

Grillrezepte für alle Produkte, die die GRILLPRÜFUNG© 2021 bestanden haben, finden Sie hier.

29Apr/21

GFK-Studie: Der
Grillmarkt in 2020

Im Jahr 2020 haben sich gut 5,6 Millionen Haushalte in Deutschland einen neuen Grill gekauft, davon mehr als 3,7 Millionen Haushalte einen konventionellen Grill und fast 2,3 Millionen Haushalte einen Elektrogrill.

Bei den Haushaltsausgaben ergibt das ein deutliches zweistelliges Wachstum der Grillgeräte im Vergleich zum Jahr 2019; dieses Wachstum wird vor allem durch die konventionellen Grillgeräte mit über 16% Wachstum bei den Haushaltsausgaben getragen. Auch das Grillzubehör konnte im „Windschatten“ des positiven Grillmarktes fast zweistellig bei den Haushaltsausgaben zulegen. Deutlich mehr als 1/3 der Grillgeräte (ohne Elektrogrills) werden online gekauft, dabei wächst der Anteil der Online gekauften Grills sehr dynamisch.

Im Durchschnitt gibt jeder Haushalt, der sich einen Grill (ohne Elektrogrill) gekauft hat, im Mittel 110,27 Euro für den Grill aus; dies ist etwas weniger als im Jahr 2019. Die Zahlungsbereitschaft für einen neuen Grill ist im Internet mit über 165 Euro für einen neuen Grill (ohne Elektrogrill) deutlich höher als beim stationären Kauf. Dabei legt die Ausgabenfreude für den neuen Grill online noch zu, während die Ausgaben pro Kauf stationär zurückgehen.

Das Thema Grillen ist insbesondere relevant für die jüngeren und mittleren Haushalte: Die bis 59-Jährigen stehen für fast 80% der Ausgaben für Grillgeräte (ohne Elektrogrills). Die über 70-jährigen geben für das Thema Grill deutlich unterproportional aus, das Thema verliert an Relevanz.

Das Thema Grillen entwickelt sich im Corona Jahr 2020 sehr dynamisch. Viele Warengruppen, die es dem Shopper ermöglichen es sich zu Hause drinnen oder draussen schön und gemütlich zu machen, also den Homing-Trend unterstützen, sind unter Corona sehr gefragt. Das Thema Grillen passt damit natürlich sehr gut zu diesem Trendthema.

Im Jahr 2021 setzt sich der Aufwärtstrend für die Grillwarengruppen bisher nicht fort. Dies ist aber wenig erstaunlich, da der Nonfood Markt sich insgesamt während des Lockdowns sehr negativ entwickelt hat und erst die letzten 2-3 Wochen eine deutliche Erholung zeigt; davon werden voraussichtlich auch die Grillgeräte profitieren. Es bleibt also spannend für das Jahr 2021.

Die GFK-Studie zur Entwicklung des Grillmarktes ist ein Beitrag von Martin Langhauser, Director, GfK Consumer Panels & Services

23Apr/21

POSbranding
Handbuch II-2021
jetzt online

Ab sofort steht unser neues POSbranding Handbuch online als Blätterkatalog für Sie bereit.

In der aktuellen Ausgabe erwarten Sie u.a. folgende interessante Beiträge:

  • Quo Vadis, digitaler Handel – Vorwort von Frank Rehme, Geschäftsführer GMV Team GmbH
  • Smart Stores 24/7 – Status Quo und Ausblick – ein Beitrag von Prof. Dr. Stephan Rüschen, Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn
  • Der Grillmarkt – GfK Studie 2020 – ein Beitrag von Martin Langhauser, Director, GfK Consumer Panels & Services
  • Emotionale Packungs-Volltreffer oder -Nieten – ein Beitrag von Dr. Ralf Mayer de Groot, CEO Mayer de Groot Marketing-Research and Consult
  • Stärken und Schwächen der Werbekanäle – eine Studie von Joachim Netz, MediaAnalyzer Advertising Research GmbH

Druckexemplar

Auch dieses Handbuch stellen wir vor allem als ePaper und als PDF zum Download zur Verfügung, da wir aktiv zum Umweltschutz beitragen möchten.

Unseren Kunden bieten wir auf Wunsch weiterhin gerne auch ein gedrucktes Handbuch an.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

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25Mrz/21

Neue Erkenntnisse für die Vermarktung im LEH in
Corona-Zeiten

Der POS-Marketing-Report 2021 liefert Antworten auf aktuelle Fragen

„Marken scheinen sich für die Shopper am PoS immer weniger von Handelsmarken abzuheben“
Gernot Lingelbach, Geschäftsführer der Agentur UGW in Wiesbaden

Die Zeitspanne von Anfang 2020 bis heute umfasst ein ganz besonderes Jahr. Die Corona-Pandemie hat das private und öffentliche Leben verändert und auch vor den Schiebe- und Drehtüren der Geschäfte des LEH und der Drogeriemärkte nicht halt gemacht. Begrenzte Kundenanzahl auf der Fläche, „AHA“-Regeln und zum Teil erheblich veränderte Nachfrageschwerpunkte waren nur einige der Herausforderungen, die insbesondere Händlern, aber auch der Markenartikelindustrie gestellt wurden.

Die Ergebnisse des neuen POS-Marketing-Report 2021 erhoben die Rundschau für den Lebensmittelhandel und UGW erstmals mit Hilfe der Crowd-Sourcing-App („Streetspotr“) des dritten Kooperationspartners POSpulse. Trotz der veränderten Befragungsmethode gab die beratende Hochschule Rhein-Main „grünes Licht“ für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit deren der Vorgängerstudien. Aber auch inhaltlich steht der aktuelle Report unter ganz besonderen Vorzeichen. Neben Fragestellungen zum Kundenverhalten entlang der Shopper-Journey wurden in zahlreichen Themengebieten auch Corona bedingte Veränderungen gezielt ermittelt. Damit schreiben die Autoren nicht nur die Zeitreihe der Vergleichsergebnisse etablierter Fragenkomplexe fort, er wirft auch ein Schlaglicht auf die wichtigsten Veränderungen von Einkaufsgewohnheiten durch die Corona-Pandemie.

Die Resultate basieren auf über 700 Einzelinterviews mit LEH-Kunden, die für Einkäufe mit- oder hauptzuständig sind. Die Erhebung wurde national analog der statistischen Kundenverteilung im LEH lt. Nielsen durchgeführt. Die Trendstudie liefert dabei u. a. folgende spannende Ergebnisse zu Einkaufsplanung und -verhalten:

Einkaufsplanung und -verhalten verändern sich

Coupons – dies eine der zentralen Erkenntnisse der Studie – werden als Planungshilfe für den Einkauf, aber auch als Vermarktungsinstrument zunehmend relevanter für die Shopper. Fast jeder Zweite nutzt Coupons als Orientierungshilfe bei seiner Einkaufsplanung und nimmt sie zum Einkaufen mit. Dieser Anteil bedeutet einen starken Zuwachs (plus 18 Prozentpunkte) im Vergleich zur Vorgängerstudie vor drei Jahren (POS-Marketing-Report 2018).

Die wachsende Tendenz zur Digitalisierung vieler Lebensbereiche zeigt sich auch beim Vorbereiten der Einkäufe; mehr als ein Viertel der Kunden nutzt mobile Apps vom Handel als Planungshilfe. Auf Applikationen von anderen Spezialdienstleistern wie kaufda, discounto etc. greift knapp jeder fünfte Kunde für seine Einkaufsplanung zurück. Das herkömmliche wöchentliche Angebotsblatt wird zur Einkaufsplanung zwar immer noch von über 40 Prozent der Shopper genutzt, aber deutlich weniger häufig mit in den Markt genommen als bisher. Beachtlich: gut jeder zehnte Kunde hat als Kaufinspiration ein Kochrezept dabei.

In Corona-Zeiten wird seltener eingekauft, der Kassenbon pro Einkauf weist dafür höhere Summen aus – die Shopper kaufen größere Volumina ein. Dies ist nicht nur ein Ergebnis des aktuellen „Nielsen Homescan Consumer Panel“, auch der POS-Marketing-Report zeigt: Jeder zweite Kunde legt mehr in seinen Einkaufswagen oder -korb als ursprünglich beabsichtigt – damit der höchste Anteil im Verlauf der vergangenen sieben Jahre.

Die Einkaufshäufigkeit von derzeit durchschnittlich 3,72 Shopping-Trips im LEH pro Woche liegt signifikant unter den Werten der Vorjahre. Hingegen hat die durchschnittliche Einkaufsdauer in den Outlets des LEH zugenommen; der Anteil von Kurzeinkäufen bis 15 Minuten nimmt im Vergleich zum 2018‘er Report signifikant ab.

Die Corona-Krise macht sich beim Einkaufsverhalten deutlich bemerkbar. Sowohl an den mittelbar abzulesenden Kennziffern wie – den oben geschilderten – Einkaufshäufigkeiten als auch an der Menge und dem Wert der gekauften Waren pro Einkauf lassen sich Veränderungen ablesen. Zwar bleibt der Umfang des Einkaufskorbs bei 80 Prozent der Kunden stabil, doch jeder zehnte Shopper kauft mehr. Und über ein Fünftel hat gar ein höheres Budget für Lebensmittel als vor den Beschränkungen im Rahmen der Corona-Krise.

Corona-Beschränkungen polarisieren beim Shopper

Nach den konkreten Auswirkungen auf die Einkaufsstimmung gefragt, finden 81 Prozent der Shopper die Corona bedingten Hygiene- und Abstandsregeln im Supermarkt richtig, da sie ein Gefühl der Sicherheit vermitteln. Dies entspricht fast genau dem Zustimmungswert für den Mund-Nase-Schutz beim Einkaufen, den der MDR bei einer aktuellen Befragung von 20.241 Bürgern in Mitteldeutschland erhob (83 Prozent). Allerdings fehlt einem knappen Viertel der LEH-Kunden die unbeschwerte Einkaufsfreude, gar als eine „unangenehme Pflicht“ empfindet den Einkauf im Supermarkt ein knappes Fünftel der Shopper. Folgerichtig zeigen fast 15 Prozent der Kunden weniger Interesse an Aktionen auf den Verkaufsflächen als noch vor der Pandemie.

Einkaufsstättenwahl

Für die Wahl der Einkaufsstätte gewinnen in diesem Jahr „Wohlfühl-Faktoren“ vor Convenience und Effizienz. Vor allem mit Frische, Sauberkeit und einer hohen Produktqualität können Marktbetreiber bei den Kunden punkten. Kurze Wartezeiten an der Kasse und Kundenservice-Leistungen werden hingegen unwichtiger für die Entscheidung des präferierten Einkaufsorts. Keine Überraschung: Die Umsetzung von Abstands- und Hygieneregeln in Corona-Zeiten landen unter den abgefragten 29 Kriterien auf Platz vier! In diesem Zusammenhang lässt sich auch erklären, dass es unwichtiger wird, ob die Einkaufsstätte auf dem Weg zum Job liegt, befindet sich die Arbeitsstätte doch bei vielen Shoppern im „Homeoffice“. Logisch erscheint deshalb auch, dass den Supermarktkunden wichtiger wird, keine große Entfernungen bis zum nächsten Markt zurücklegen zu müssen (plus 8 Prozentpunkte).

Für Markenartikelindustrie und Handel steigen durch das veränderte Kundenverhalten am POS die Anforderungen an die Vermarktung auf den Verkaufsflächen im LEH. Weniger Marktbesuche, höhere Ausgabebereitschaft und geringeres Interesse an POS-Aktionen erfordern noch effektivere Konzepte, um wirksame Abverkaufsimpulse auszulösen. Mit welchen Verkaufsförderungs-Instrumenten dies gelingen kann, lässt sich aus den weiteren Ergebnissen des Reports zu Fragen nach Vermarktungs-Instrumenten, der Aktivierungsstärke von POS-Medien und digitalen Vermarktungshilfen am POS ablesen.

 

 

Über den POS-Marketing-Report

Die Trendstudie wird im jährlichen Wechsel als Handels- und Kundenbefragung seit 2006 durchgeführt. Dafür werden jeweils Befragungen mit einer repräsentativen Stichprobe von Handelsentscheidern bzw. Shoppern im LEH durchgeführt. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag für die praktischen Herausforderungen bei der Vermarktung im stationären oder digitalen POS. Initiator der Erhebung ist die Wiesbadener Agenturgruppe „UGW – die Vermarktungs-Experten“.

Der POS-Marketing-Report umfasst 196 Seiten und ist ab Januar 2021 bestellbar unter:

www.rundschau.de/besser-verkaufen/pos-marketing-report

Preise:            Printversion: 295,- €
Print- und Digitalversion: 395,- €

Über den Autor

Gernot Lingelbach ist Geschäftsführer bei der UGW Agenturgruppe und beschäftigt sich seit über 20 Jahren mit Trends und Entwicklungen im Einzelhandel. Im Rahmen seiner Tätigkeit berät und betreut er mit seinem Team Kunden aus der Markenartikel- und Gebrauchsgüterindustrie sowie dem Dienstleistungssektor von Konzept bis Umsetzung, von Kreation bis Produktion. Zudem beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Vermarktungs-Tools und der Initiierung und Durchführung von Branchen-, POS- und Shopper-Studien.

Der Marketing- und Vertriebsdienstleister UGW gehört mit knapp 300 Mitarbeitern zu den größten inhabergeführten Agenturen in Deutschland und deckt mit seinen vier operativen Gesellschaften das komplette Spektrum relevanter Sales-Marketing und -Vertriebsdienstleistungen für Markenartikelindustrie und Handel ab.

05Mrz/21

Beste Fischtheke: REWE Budnik angelt sich ersten Platz mit Theken TV

Exklusive Gourmet-Produkte, ausgefallene Ideen beim Kundenmarketing, breit gefächertes Lieferantennetz – Rewe-Kaufmann Budnik setzt auf das Besondere.

Ulrich Budnik in Dortmund ist bekannt als experimentierfreudiger Kaufmann mit dem Drang zum Anderssein. Er und sein Team wollen sich abheben. Das spiegelt sich in der Fischtheke des knapp 1.900 Quadratmeter großen Marktes wider. Die Theke liegt im Eingangsbereich des 2017 komplett umgebauten Marktes in Verbindung mit der heißen Theke und erstreckt sich über 4,50 Meter, und direkt angeflanscht ist eine 2-Meter-Aktionstheke für Räucherwaren, Fischbrötchen und zur Herausstellung von Neuheiten.

Was macht die Fischtheke so beliebt? „Sicherlich unsere große Auswahl“, ist sich Abteilungsleiter Kevin Müller sicher. „Unsere Kunden finden hier zum Beispiel den Orange King-Lachs, das sind Königslachse von der Südinsel Neuseelands und die edelsten Lachse weltweit. Oder die Tristan-Langusten von der Insel Tristan da cunha im Südatlantik, wie wegen Ihrer nachhaltigen Fischerei MSC-zertifiziert sind. Wer Wert auf Regionalität legt, greift zu den Forellen aus den Naturteichen des Nuhnetals. Damit unsere Kunden diese Hintergründe schnell erfassen, steuert uns BrandLogistics.NET individuelle Fischempfehlungen ein, die die Fischeangebote der Zentral appetitlich und rohertragssteigernd ergänzen.“

Das engagierte Thekenteam um den Kaufmannssohn Alexander Budnik hat stete Zubereitungstipps oder Weinempfehlungen für die Kundschaft parat – mündlich und über Theken TV. Denn eine qualifizierte Beratung gehört für Andrea Nießen (Verkäuferin), Daniel Wolf (Verkäufer), Kevin Müller (Abteilungsleiter und Koch) sowie Fabian Graubner (stellvertretender Abteilungsleiter) einfach dazu.

Besonderheiten

  • Theken TV mit individuellen, hochwertigen Fischexpertisen
  • breites Sortiment, gespickt mit Premium- und Exklusivprodukten
  • Reaktion auf Corona mit Ausbau des To-go-Angebots

Quelle: ECHO / 02.2021

 

09Feb/21

Marken in der
Brandung

Der stabilisierende Wert der Marken und die neuen Herausforderungen nach Corona

Von Dirk Ziems, Thomas Ebenfeld und Rochus Winkler (concept m / flying elephant)

Nichts hat die Grundfesten der globalen Gemeinschaft in den letzten Jahrzehnten so ins Wanken gebracht wie die Corona-Pandemie. Staaten straucheln, Branchen kriseln und immer mehr und mehr Unternehmen kommen in existenzielle Schwierigkeiten.

Krisenzeiten – Hochzeiten des Ausverkaufs

Gerade in Krisenzeiten, insbesondere bei einer sich verschärfenden Rezession, liegt für Marketingverantwortliche oft die Versuchung nahe, bei der Marktbearbeitung das Heil in taktischen Abverkaufsmaßnahmen zu suchen. Nach dem 9/11 Schock in den Jahren 2001 bis 2004 hat sich das in den westlichen Konsummärkten bereits schon einmal gezeigt: Diese Jahre waren die Hochzeit einer Discount-, Rabatt- und Couponing-Kultur, die letztlich keinem beteiligten Unternehmen gutgetan hat. Im Gegenteil: Seit dieser Zeit hat sich bei den Verbrauchern eine relativistische Grundüberzeugung gegenüber den Märkten festgesetzt, die mit folgenden drei Maximen umschrieben werden kann:
1. Alles ist zu jedem Preis käuflich, so wie das T-Shirt für 2 EUR oder der Flug nach Mallorca für 19 EUR.
2. Marken machen nur Bohei, das gleiche gibt es auch beim Discounter.
3. Schau erst mal im Vergleichsportal, sei niemals der dumme loyale Kunde.

Auch wenn in Krisenzeiten der Druck auf Marken groß ist, bleiben Marken letztlich der zentrale Hebel für das Marketing, um eine dauerhafte Stabilisierung zu erreichen. Auch zum Ausklang der Corona-Krise gilt es für das Marketing, das Vertrauenskapital, das die Marke gegenüber Kunden hat, geschickt einzusetzen und gemäß den Anforderungen des New Normals geschickt umzuschichten.

Marken bleiben zentraler Bezugspunkt für die Konsumenten und sind jetzt erst recht gefragt

Denn gerade in Krisenzeiten sind die klassischen Ur-Funktionen von Marken bei den Konsumenten mehr gefragt denn je:
o Marken stehen für Kontinuität: Sie vermitteln ein Gefühl der Sicherheit und Zuverlässigkeit – und damit in Corona-Zeiten letztlich auch ein Stück weit für die Rückkehr zur Normalität. Marken sind gewissermaßen Felsen in der Brandung.
o Marken vermitteln Orientierung und Zugehörigkeit: Mit der Marke kaufe ich mir als Konsument mehr als nur den einfachen Produktnutzen. Denn die psychologisch gut funktionierende Marke hat für mich als Konsumenten eine Vorbildfunktion auf verschiedenen Ebenen: Sie zeigt mir, wie meine „Needs“ in dem jeweiligen Produktbereich gut abgedeckt werden können; sie vermittelt mir ein Lifestyle-Gefühl, in dem ich mich gut aufgehoben fühle; sie steht auf der richtigen Seite des gesellschaftlichen Fortschritts und inspiriert mich dadurch.
o Die umfassende Sinnstiftungsfunktion von Marken ist besonders in Krisenzeiten gefragt. Marken zeigen mir, was wirklich zählt und relevant ist. Sie vermitteln in dieser Hinsicht Tiefe und „erlösen“ einen von der Oberflächlichkeit.

Die sechs Hauptanforderungen an Marken im New Normal

Auf einige der in der Grafik erwähnten Markenbeispiele möchten wir später noch einmal ausführlicher eingehen. Um diese Beispiele im Kontext noch tiefer verstehen zu können, scheint es aber angebracht, im Folgenden erst einmal zusammenzutragen, welche Hauptanforderungen an Marken im New Normal wir auf Basis unserer umfangreichen globalen Konsumforschung identifizieren konnten.

1. Zusicherung von Kontinuität und Stabilität erneuern

Die Corona-Krise hat bei den Konsumenten eine nachhaltige Verunsicherung

angestoßen. Die Konsumenten in China, Deutschland und USA, die (mindestens) in den letzten zehn Jahren ein Grundgefühl stabiler Wachstumsbedingungen und eines gesicherten, dauerhaften Wohlstands erfahren durften (abgesehen von „abgehängten“ Gruppen der Bevölkerung) wachen nach Corona in einer VUCA-Welt der Unberechenbarkeiten auf. Das kontinuierliche Aufrechterhalten von stabilen Routinen kompensiert die Verunsicherung ein Stück weit. Konsum gehört zu diesen Routinen. Wer den vollgefüllten Einkaufswagen aus dem Supermarkt schiebt, erfährt dabei: Das Leben geht weiter, auch wenn man jetzt Maske tragen muss. Es gibt noch immer tausende Produkte im Regal, auch wenn die Nachrichten jeden Tag Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft bringen.

Marken transportieren an sich schon gewachsene Bindung. Loyale Markenverwender sind mit ihren Marken groß geworden und ein Stück weit zusammengewachsen. Entsprechend sind Signale produktiv, die auf die Kontinuität zwischen Marke und Konsumenten abzielen. In der (Post-)Corona-Zeit ist besondere Verbindlichkeit, Kundenbindung (Community), Zuverlässigkeit und Beständigkeit (z.B. auch im Sortiment) verlangt.

Wie können Marken nun auf die Kontinuitäts- und Stabilitätswünschen in der Kommunikation im besonderen Maße eingehen? In der aktuellen italienischen Nutella-Kampagne wird eine harmonische Vorstadt-Familien-Welt inszeniert: Kinder bereiten den Eltern das Frühstück mit Nutella vor, alle Generationen lieben das Nutella-Frühstücks-Ritual. Der Claim „vita é bella“ fasst zusammen, dass die Marke inmitten aller möglichen aktuellen Irritationen die schöne Seite des Lebens präsent hält – so schön wie das intakte Vorstadt-Familienleben eigentlich immer war.

Wie andere Kampagnen zeigen die Nutella Spots, dass schon allein die Verknüpfung der Marke mit intakter Normalität eine wohltuende Markenbotschaft ist. Die Marke wird damit zur Brücke zur Normalität und die Botschaft „Welcome back zum schönen Leben“ schafft Vertrauensbildung für den Übergang ins New Normal. Marken haben entsprechend die Funktion von etwas, was Psychoanalytiker „Übergangsobjekte“ nennen. Ähnlich wie sich Kinder zum Schutz auf die Reise ihren Lieblingsteddy mitnehmen, rüstet sich der Konsument für die VUCA-Zeit mit seiner Lieblingsmarke aus.

Wichtig dabei ist eine gewisse Subtilität: Die Konsumenten bevorzugen mitschwingende positive Stimmungssignale vor dick aufgetragenen Botschaften. Die Botschaft einer Versicherungsmarke, die jetzt sagen würde: „Auf uns ist Verlass wie in den letzten 100 Jahren“, würde als platt rüberkommen. Es ist wie im Leben allgemein: Vertrauen und Kontinuität werden nicht durch großspurige Erklärungen geschaffen, sondern erweisen sich in den vielen kleinen Situationen des Alltags, die mit positiven Stimmungen verbunden sind.

2. Empathie für das Post-Corona-Mindset beweisen

Die Zusicherung von weiterhin intakter Stabilität steht im Spannungsfeld zu der Anforderung, empathisch auf die nachwirkenden Traumata im Post-Corona-Mindset einzugehen.

Für viele Marken stellt sich die Aufgabe, den Konsumenten das Gefühl zu vermitteln, dass sie verstanden haben, dass sie zusammen mit ihren Konsumenten eine neue Welt betreten haben. Dabei gilt es in geeigneter Weise zugleich Change zu vermitteln und vor der Überforderung durch Change zu bewahren.

Die Kampagne für den neuer BMW 5er Hybrid hat den Claim: „Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung“. Der TV-Spot zeigt, was vor Corona zu kurz gekommen ist: Wenn der Vater immer nur im Hamsterrad des Business-Betriebs gefangen ist, kommt das Kind zu kurz und der Traum vom gemeinsam gebauten Baumhaus unerfüllt. Ob der neue 5er Hybrid nun eine Lösung bereitstellt, auf die veränderten Werte (Besinnung auf das Wesentliche statt Maximierung) einzugehen, sei dahingestellt. In der Stimme des Kindes, der die Zeit vom Papa einfordert, zeigt sich aber immerhin, dass BMW die Stimme des Wertewandels zur Sprache kommen lässt.

3. Encouragement, Enabling und Empowerment des Konsumenten voranstellen

In der Folge von Corona ist das eingetreten, was sich schon vor Corona lange abgezeichnet hat: Das Verhältnis von Marken und Konsumenten hat sich grundlegend verändert. Marken stehen nicht mehr im Vordergrund – als Vorbild oder feste Orientierungsgröße, der der Konsument „willig“ folgt. Vielmehr erwarten die Konsumenten wie selbstverständlich ein Verhältnis auf Augenhöhe. Marken sollen sich zurücknehmen und sich in den Dienst stellen.
Denn Marken sind für den Konsumenten in der aktuellen Ära der Konsumkultur immer mehr zum Vehikel für das selbstbestimmte und selbstbewusste psychische Wachstums geworden. Was ist damit im Einzelnen genau gemeint?

Marken sollen Ermutigung/Encouragement bieten. Gerade in der unsicheren VUCA-Zeit kommt den Marken die Funktion zu, einen positiven, optimistischen Ausblick zu bieten. Marken können die Menschen dazu ermutigen, an die positiven Potenziale zu glauben. Dabei liegt der Fokus der Ermutigung – dem Wertewandel nach Corona entsprechend – mehr auf dem neu entdeckten Wir und der Macht der Gemeinschaft als dem früher beschworenen Macht des Ichs und Individualismus. Ein passendes Beispiel dazu: Der sehr erfolgreich getestete Spot: „Morgen kann kommen“ der VR-Bank beschwört herauf, wie das Wir Zukunft gestalten kann .

Marken sollen Enabling und Empowerment bieten. Sie bereiten den Konsumenten ein Terrain vor, auf dem sie sich selbst erfahren, entfalten und verwirklichen können. Dabei ist es für die Konsumenten wichtig, dass sie mit Hilfe der Marke für sich Dinge gestalten können, die ihnen ohne die Hilfe der Marke verschlossen blieben. DIY-Marken wie Bauhaus (Claim: „Weil es gut werden muss“) oder Obi mit dem eigenen „Create“-Store (https://create.obi.de/city-store) ermöglichen den Konsumenten, sich an Projekte heranzutrauen, die sich sonst nicht zutrauen würden.

4. Branchenwandel und Wertewandel mitprägen

Der Wertewandel der Konsumkultur nach Corona bringt auch einen spezifischen Bedeutungswandel in einzelnen Produktkategorien mit sich.
So geraten beispielsweise Branchen wie Automotive und Fashion unter Druck, weil sich der Sinn dieser Märkte von der Selbstdarstellung zur Selbstentfaltung und von der äußerlichen Perfektion zur inneren Completeness wandelt. Branchen wie Reiniger und Versicherungen, die vor Corona eher Low-Interest-Status hatten, können dagegen profitieren, weil sie in der neuen unsicheren Zeit elementaren Sicherheitsgewinn ermöglichen.

Marken, denen es gelingt, am schnellsten zu substanziellen und nachhaltigen Antworten auf den Wandel der psychologischen Funktionen in ihrer Branche und Kategorie zu kommen, haben nach Corona das größte Erfolgspotenzial. Dabei geht es nicht um schnelles Reagieren, sondern um eine proaktive Vorreiterrolle beim Mitgestalten des Wandels und um die Bestimmungshoheit über die neuen Trends, die die Branche für lange Zeit bestimmen.

Der Branchenwandel stößt scheinbar unumstößliche Branchengesetze um und verhilft neuen Leitprinzipien zum Durchbruch. In der Maximierungskultur vor Corona schien das immer schneller rotierende Fast-Fashion-Komplex die Textilwirtschaft fest im Griff zu haben. Marken wie H&M, Zara und Primark in Europa und Forever 21, TopShop, Gap und Old Navy in den USA breiteten sich scheinbar unaufhaltsam aus.

Die neue Zeit verhilft neuen Werten zum Durchbruch: „Wir werden dem Wald zuhören, wir werden uns von der Stille inspirieren lassen, Bienen retten und eine grüne Welt bauen“, so die Prognosn der angesehenen Fashion-Trendforscherin Lidewij Edelkoort. Konsequente Nachhaltigkeit bei Anbau der Materialen, Langlebigkeit der Textilien, Fair-Trade-Prinzipen, Upcycling, Wertschätzung von Handwerklichkeit – eine Vielzahl kleiner junger Fashion Brands, die auf diese neuen Leitwerte setzen, wie beispielsweise armedangels aus Deutschland oder Pangaia und Birdsong aus UK, prägt jetzt schon die Kultur des Fashion-Markts von morgen.

5. Purpose-Aufladung: sich mit sozialen und gesellschaftlichen Zielen verknüpfen

Mit dem Ende der Ära des gierigen Konsumenten verändert sich der Stellenwert des Konsums in fundamentaler Weise. Konsum diente in den vorangegangenen 10 Jahren der Ausdifferenzierung immer individualistischer Lebensstile in einer Welt sich ständig vervielfältigender Optionen. Wie bereits in einem vorherigen Kapitel gezeigt wurde, ist diese Orientierung bereits vor Corona ins Leere gelaufen. Schon vor Corona entstand ein großes Sinnvakuum: Wofür ist die ganze Fülle der Konsum- und Markenwelten eigentlich da? Welcher Sinn steckt dahinter?

Entsprechend ist eine Sehnsucht nach einer übergreifenden Sinnaufladung entstanden, einem Purpose. Die Konsumenten stellen die Anforderung an Produkte und Marken, dass sie für einen tieferen Sinn-Mehrwert stehen sollen, der über ihren profanen Waren-, Status und Selbstdarstellungswert hinausgeht. „Start with Why“ – stelle den Purpose an den Anfang. Diese Maxime hat Sinek bereits um 2005 für das Marketing postuliert.

Marken, die nach den alten Methoden verfahren, einen Benefit postulieren, auf Produktvorteile hinweisen usw. stehen für die alte Marketingwelt. Sie können den Kunden nicht mehr in einem tieferen Sinn bewegen und mitreißen. Ihre Kommunikation wirkt leer, abgedroschen werblich und tendenziell unglaubwürdig.

Marken, denen es dagegen gelingt, sich einen Purpose zu eigen zu machen, erstrahlen in einem besonderen Glanz. Sie betreiben ihre Unternehmensaktivitäten gewissermaßen selbstlos und für einen höheren Zweck, beispielsweise den Klimaschutz, die Bekämpfung der Ausbeutung, den Erhalt der Arten, etc. Damit wachsen über die alte Marketingwelt hinaus, in der es – so sieht es der kritische Konsument – eher um die Manipulation der Verbraucher geht.

Der Unterschied zwischen alter und neuer Marketingwelt lässt sich gut am Vorgehen der Automarken verdeutlichen. Bei der Gegenüberstellung von Mercedes (Claim „Das Beste oder nichts“) und VW (Claim: „Das Auto“) einerseits und Tesla (kein Claim) wird deutlich, warum Tesla die etablierte Autoindustrie nach Belieben vor sich hertreiben kann: Das Marketing der etablierten Marken Mercedes und VW wirkt auf die Verbraucher vergleichsweise Sinn- entleert, während der Idealismus von Tesla inspiriert und beflügelt.

Nachdem Konsum für viele Jahrzehnte einer Ich-Orientierung und Entpolitisierung Vorschub geleistet hat, wird Konsum durch das Purpose-Marketing zum politischen Statement. Denn durch den Purpose findet der Konsument aus der Vereinzelung heraus – dem Hyperindividualismus der entkoppelten Multioptionalität – und kann sich – zumindest in symbolischer Form – einer Gemeinschaft anschließen, indem er sich durch den Konsum ein gemeinsames verbindendes ideelles Ziel zu eigen macht. Er wird damit zum Zoon Politikon, einem gesellschaftlichen Lebewesen.

Die implizite Politisierung des Konsums wird durch die Marken schon seit geraumer Zeit vorangetrieben: Förderung von Klimaschutz (Apple), Einsatz für Diversity (Microsoft), Solidarisierung mit Black-Life-Matters (P&G) – die Unternehmen bedienen sich strategisch derjenigen Themen, die bei den Konsumenten ein hohes Sympathie- und Konsens-Potenzial haben.

Corona hat den Trend zum Purpose-Marketing noch verstärkt. Nach den gemeinschaftsstiftenden Erfahrungen durch die Corona-Pandemie wurde den Konsumenten noch deutlicher klar, dass eine rein individualistische Orientierung zu einseitig ist. Corona hat gezeigt: Das Wir zählt mehr als das Ich. Der Einzelne braucht die Anderen, um sich zu schützen. Zusammen gilt es, sich für das gemeinsame Ziel der Pandemie-Abwehr einzusetzen.

6. Konzentration auf authentische und glaubwürdige Produktwerte

Die Konsumenten zeigen nach der akuten Corona-Krise generell immer stärker eine pragmatische „Show-Me-Mentalität“ (ein Begriff, mit dem in den USA häufig die Bevölkerung der Mid-West-Staaten charakterisiert wird). Damit ist gemeint, dass die Konsumenten insgesamt lebenspraktischer, unmittelbar auf Alltagsbewältigung und direkte Evidenz und Nachvollziehbarkeit eingestellt sind. Was in der Werbung behauptet wird, ist erst einmal nicht so relevant. Wichtiger sind eigene direkte Produkterfahrung, es selber unmittelbar nachzuvollziehen, was an einem Produkt gut und besonders ist.

Entsprechend ist ergänzend oder auch alternativ zu der Purpose-Positionierung eine tiefe und unmittelbare Verankerung in positiven Produkt- und Markenerfahrungen das Gebot der Stunde. Probier-Promotions in Supermärkten, kulante Rückgabefristen, die ein risikoloses Ausprobieren der Produkte erlauben (z.B. ein neugekauftes Auto innerhalb eines Monats kostenlos zurückgeben können) – solche direkten Maßnahmen können sehr erfolgreich sein.

In der Kommunikation kann es im New Normal zu einer Renaissance der klassischen Kommunikation von Produktvorteilen kommen. Das direkte Produkterleben steht dann im Vordergrund, relevante Nachhaltigkeits- oder sonstige Purposes werden flankierend ergänzt. Ein TV-Spot, der diese Formel umsetzt, zeigt dann Beispiel Süßwarenkonsumenten in einer Genuss-Situation oder einen Chocolatier beim Prozess der Kreation köstlicher Geschmäcker – im Abspann wird ein Fair-Trade- oder Nachhaltigkeitssiegel eingeblendet.

Der Text ist ein gekürzter Auszug aus dem neuen Buch GLOBAL VIRAL CHANGE.

„Das profilierte Forscherteam von concept m unter der Leitung von Dirk Ziems, Thomas Ebenfeld und Rochus Winkler macht sich in dem Buch auf die tiefenpsychologische Reise und analysierte fundiert, wie sich die Pandemie wellenförmig ausbreitete und welche Effekte hierbei in verschiedenen Ländern in Asien, Europa und Amerika zu beobachten waren.
Die dabei gefundenen Strukturen und Reaktionsmuster sowie weiterführende Erkenntnisse stellen die notwendige Grundlage dar, um auch in Zeiten der Pandemie eine nachhaltige Markenführung sicherzustellen und wirkungsvolle Kommunikationskonzepte zu erarbeiten. Solche Grundlagen erscheinen unverzichtbar, weil es wohl keine „Zeit nach Corona“, wohl aber – wenn auch nicht gewünscht – nur eine „Zeit mit Corona“ geben wird.“
(Vorwort von Prof. Ralf Kreutzer, Hochschule für Wirtschaft und Recht, Berlin)

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09Feb/21

Das neue Handbuch QI-2021

Ab sofort steht unser neues POSbranding Handbuch online für Sie bereit.

In der aktuellen Ausgabe erwarten Sie u.a. folgende interessante Beiträge:

  • Technologien im Handel 2021 – Vorwort von Ulrich Spaan, Mitglied der Geschäftsleitung des EHI Retail Institute
  • Marken in der Brandung: Der stabilisierende Wert der Marken und die neuen Herausforderungen nach Corona – Beitrag von Dirk Ziems, Thomas Ebenfeld und Rochus Winkler (concept m / flying elephant)
  • Die neue Normalität beim Einkaufen – PWC-Studie
  • Relevanz von Laden.TV nimmt zu – OWM-Umfrage

Druckexemplar

Auch dieses Handbuch stellen wir vor allem als ePaper und als PDF zum Download zur Verfügung, da wir aktiv zum Umweltschutz beitragen möchten.

Unseren Kunden bieten wir auf Wunsch weiterhin gerne auch ein gedrucktes Handbuch an.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Lektüre.

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